Hotels sind Orte der Begegnung, in der Geschichte boten sie immer wieder Stoff für große Weltliteratur. Ob Thomas Manns "Tod in Venedig", Vicki Baums "Menschen im Hotel" oder Franz Kafkas Roman "Amerika" - Hotels haben seit jeher die Phantasie der Dichter beflügelt. Warum sie also nicht als Ort nutzen, an dem Autoren ihre Werke vorstellen?
Zum 14. Mal veranstaltet die Bärenmühle 2026 gemeinsam mit zwei anderen Hotels und mehr als 30 weiteren Partnern den "Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm". Längst hat sich das Festival zu einem großen Kulturereignis in der Region entwickelt, Die Veranstaltungsreihe findet 2026 vom 20. bis 29. März statt. Es treten auf: Christian Berkel, Johann von Bülow, Max Goldt, Christoph Hein, Thomas Hettche, Julia Holbe, Andrea Linnebach, Thomas Melle, Sandra Navidi, Boris Palmer, Katerina Poladjan, Michael Quast, Michael Roth, Walter Sittler, Tommy Wieringa und viele andere – Auch Hannah Arendt, die Brüder Grimm und Ernest Hemingway sind im Programm
Das Festival befasst sich in seiner neuen Ausgabe schwerpunktmäßig mit der Geschichte der "United States of Amerika", die 2026 den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit feiern. „Am 4. Juli 1776 erklärten die Amerikaner ihre Unabhängigkeit vom britischen Königreich und schlugen konsequent den Weg zur Demokratie ein“, erklärt Festival-Leiterin Christiane Kohl dazu - "doch die amerikanische Demokratie war wohl noch nie so bedroht wie heute.“ Grund genug, die Geschichte der USA genauer unter die Lupe zu nehmen.
Über die Frage "Wie tickt Amerika?" gibt die in New York lebende deutsche Unternehmensberaterin und Wirtschaftsanwältin Sandra Navidi in der Wandelhalle Bad Wildungen Auskunft. Unter dem Titel "Ami, come on!" wird in Metzen Altem Kuhstall eine Literarische Revue mit Michael Quast über die Bühne gehen. Und zwei Herren, die so vertrauenserweckend wirken, dass man ihnen sofort jeden Gebrauchtwagen abkaufen würde, enthüllen die Weltgeschichte der Lüge: "Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort", lautet der Titel der Veranstaltung mit Johann von Bülow und Walter Sittler im Philipp-Soldan-Forum Frankenberg. Derweil findet im Restaurant „Philipp Soldan“ des Hotels Die Sonne Frankenberg eine kulinarische Lesung statt: Während der Schauspieler Michael Quast aus einer der bekanntesten Kurzgeschichten des amerikanischen Star-Autors Ernest Hemingway liest, serviert Sternekoch Erik Arnecke ein passendes Menü dazu. In der Kurzgeschichte mit dem Titel „Das kurze glückliche Leben des Francis Macomber“ geht es um ein amerikanisches Paar, dessen Ehe bei einer Großwildjagd in Afrika aus den Fugen gerät.
Ob belletristische Buchvorstellungen, politische Debatte oder Literarische Revue - das Programm 2026 ist tiefsinnig und zugleich sehr unterhaltsam, mit viel Zeitkolorit und starken Rückgriffen in die Geschichte. „Wir greifen auf, was uns alle bewegt“, erklärt die Festival-Leiterin, Schriftstellerin und Hotel-Inhaberin Christiane Kohl: „Die Zeiten sind schwierig, die Themen sehr wichtig, deshalb haben wir 2026 mehr Sachbücher im Programm als in früheren Jahren“. Doch dürfen sich die Besucher auch in der Bärenmühle wieder „auf eine Reihe exquisiter Lese-Dinner freuen, bei denen nicht nur beste Belletristik, sondern auch die feine Küche zur Geltung kommt“.
Zur Eröffnung des Festivals in Schloss Waldeck kommt mit Christoph Hein einer der wichtigsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Er stellt seinen Roman „Das Narrenschiff“ vor, ein vielgelobtes Opus Magnum über Aufbau und Niedergang der ehemaligen DDR. „Dieser sehr konkrete, feinsinnige und sachkundige Roman gerade auch für Westdeutsche eine Pflichtlektüre sein“, erklärt Festival-Leiterin Christiane Kohl.
Unterdessen zeigt der holländische Bestseller-Autor Tommy Wieringa mit dem Roman "Nirwana", dass es auch in der Niederlande noch dunkle Kapitel der Vergangenheit gibt, die bis heute ihre Schatten werfen. In dem Famlienroman geht es um holländische Kollaborateure des NS-Regimes zur Zeit der deutschen Besatzung 1940-1945, wie auch die heutigen Rechtspopulisten. In die „Anderwelt“ der Psychiatrie begibt sich Thomas Melle mit seinem Buch „Haus zur Sonne“. Es spielt in einer Art Selbstmordklinik, die den Insassen vor dem Tod noch alle möglichen Wünsche erfüllt, und führt vor Augen, welche Pein das Leben mit manischer Depression sein kann.
Wieder einmal beim Literarischen Frühling zu Gast ist Katerina Poladjan, deren vielgelobter neuer Roman „Goldstrand“ die unglücklichen Verknotungen der europäischen Nachkriegsgeschichte und des Ost-West-Konflikts am Beispiel eines Filmregisseurs in Rom vorführt. Als ein Sprachkünstler von eigenem Kaliber präsentiert sich Max Goldt dem Publikum mit seinem neuen Buch, das den rätselhaften Titel „ABER?“ trägt. Nur der Besuch seiner ausgefeilten Performance kann das Rätsel lösen – „zu erwarten ist eine sehr vergnügliche Veranstaltung auf hohem intellektuellem Niveau“, so Kohl. Ein großes Bühnen-Solo liefert auch der Schauspieler Christian Berkel ab, der in seinem dritten autobiographischen Roman „Sputnik“ von seiner Jugend in Berlin-Frohnau und Paris sowie von seinen Anfängen in der Schauspielkunst erzählt, dem Ausgangspunkt einer internationalen Karriere.
Auch explizit politische Themen sind im Programm vertreten. „Die Zeiten sind danach“, sagt die Festival-Leiterin Christiane Kohl. „Allerdings geht es hier nicht um Tagespolitik, vielmehr möchten wir Raum geben für vertiefte Information und offene Diskussion zu den uns alle bewegenden Themen um Krieg und Frieden, Demokratie und Diktatur.“ In diesem Zusammenhang stellt die Bonner Professorin Grit Straßenberger eine neue Biografie der deutsch-jüdischen Publizistin Hannah Arendt vor, deren Geburtstag sich 2026 zum 110. Mal jährt. „Hannah Arendts Thesen zum Totalitarismus sind heute aktueller denn je", sagt Christiane Kohl.
Brandaktuelle Bücher stellen auch zwei politische Außenseiter des gegenwärtigen Politbetriebs vor, der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (früher Grüne) und der langjährige nordhessische Bundestagsabgeordnete und vormalige Staatsminister Michael Roth (SPD). Palmer hat sich Gedanken darüber gemacht, was angesichts der vielen Krisen jetzt getan werden könnte. Roth wirft einen kritischen Blick auf die Auseinandersetzungen in der SPD um die Russland-Politik und den internen Umgang miteinander.
Zum festen Bestand des Programms beim „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ gehören auch die exquisiten Lese-Dinner in den drei Hotels, die das Festival veranstalten. Im Hotel Schloss Waldeck stellt Katerina Poladjan ihren neuen Roman "Goldstrand" bei einem köstlichen Vier-Gang-Menü vor. Im Romantik Hotel Landhaus Bärenmühle liest Julia Holbe aus ihrem vergnüglichen Familienroman vor, während der Küchenchef luxemburgisch-französische Köstlichkeiten serviert. Ebenfalls in der Bärenmühle wird Denis Scheck "Kafkas Kochbuch" vorstellen - dazu wird ein vegetarisches Menü aufgetischt.
An einem Nachmittag im Sommer 2010 war in der Bärenmühle die Idee des Literatur-Festivals geboren worden. Nordhessen hat herrliche Landschaften, ein wunderbares Podium für anspruchsvolle Literatur - da brauchte es eigentlich nur noch ein wenig Organisation, um diese Schatzkammer der Poesie neu zu entdecken. So wurde, im Frühjahr 2012 das Literatur-Festival zum ersten Mal veranstaltet. Seither haben zahlreiche der bekanntesten deutschen Autoren, Moderatorenund Schauspieler die Bärenmühle besucht.
Da philosophierte Hans Magnus Enzensberger im Frühjahr 2014 über den „wahren Luxus unseres Lebens“. Die Schauspielerin Iris Berben staunte ein Jahr später nicht schlecht, als sie die verträumte Bärenmühle besuchte - „in the middle of nowhere“ , wie sie fand. Ob Martin Walser oder Axel Hacke, Hanns-Josef Ortheil oder Peter Sloterdijk, Martin Mosebach oder Sybille Lewitscharoff, Thea Dorn, Durs Grünbein oder Jan Wagner, Giovanni Di Lorenzo oder Klaus Kinkel, Hubertus Meyer-Burckhardt oder Marianne Sägebrecht, Monika Maron oder Martina Gedeck, Walter Sittler oder Thomas Hettche. Ob Kurt Biedenkopf oder Sahra Wagenknecht – und natürlich die Schirmherren der ersten Stunde Mario Adorf und Friedrich Christian Delius wie auch ihre beiden Nachfolgenden im Schirmherr/innenamt, Iris Berben und Stephan Thome. Und natürlich auch der bekannte Literaturkritiker Denis Scheck. Sie alle nahmen und nehmen am „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ teil, den jedes Jahr drei Premium-Hotels veranstalten – in the middle of nowhere, wie Iris Berben einmal sagte, gleich hinter dem tiefen Wald, in dem sich einst Hänsel und Gretel verirrten.
2020 und 2021 fand der Literarische Frühling trotz Corona-Pandemie statt, so las Wolfgang Büscher 2020 im herrlichen Festsaal des Arolser Residenzschlosses, 2021 folgten die weiteren Veranstaltungen, unter anderem mit Thea Dorn, Joachim Gauck, Andrea Sawatzki, Ingo Schulze, Katerina Poladjan, Hubertus Meyer-Burckhardt und Rüdiger Safranski, mit Asfa-Wossen Asserate, Denis Scheck und dem Kinderbuchautor Oliver Scherz.
2022 kamen der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Navid Kermani zum Literarischen Frühling, die Schriftstellerinnen Nino Haratischwili, Julia Franck und Katerina Poladjan, überdies Thomas Hettche, Wolfgang Büscher und der Lyriker Joachim Sartorius, der Politiker Hermann-Otto Solms sowie der Schauspieler Edgar Selge mit seinem Buch "Hast Du uns endlich gefunden". Das Motto des Literarischen Frühlings 2023 lautete "Zeit läuft! Wie schaffen wir den Wandel?" Dabei waren unter anderem die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, Wolf Biermann, Iris Berben, Hubertus Meyer-Buckhardt und Mario Adorf. Wladimir Kaminer, Jury Andruchowytsch, Stephan Thome und Dorothee Röhrig. 2024 war Altbundespräsident Joachim Gauck erneut beim Festival, außerdem unter anderen Adriana Altaras, Durs Grünbein, Tatort-Star Jörg Hartmann, Therezia Mora, Anne Rabe und Rüdiger Safranski.
Beim „Literarischen Frühling“ 2025 gaben sich unter anderen Franziska Augstein, Wolfgang Büscher, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Harald Martenstein, Hubertus Meyer-Burckhardt, Denis Scheck, Raoul Schrott, Stephan Thome, Caroline Wahl und Juli Zeh ein Stelldichein.
Am 20. März 2026 beginnt der Literarische Frühling 2026. Eines ist schon jetzt gewiss: Nirgendwo sonst kann man die Stars der Literatur-Szene so nah erleben wie beim Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm - vor allem in der Bärenmühle.
Das Programm und weitere Informationen finden Sie unter
www.literarischer-fruehling.de

Julia Holbe, Foto: privat

Christoph Hein, Foto: Suhrkamp-Verlag

Sandra Nadidi, Foto: D. Spreitzenbarth

Johann von Bülow & Walter Sittler, Foto: Steffi Henn

Max Goldt, Foto: Andreas Rost

Katerina Poladjan, Foto: Andreas Labert

Boris Palmer, Foto: Gudrun de Maddalena

Christian Berkel, Foto: Julia Reisinger

Michael Quast, Foto: Eva-Maria-Schmidt

Grit Straßenberger, Foto: Uni Bonn

Die Brüder Grimm in jungen Jahren
Zum Literatur-Festival haben wir Ihnen zwei Arrangements in der Bärenmühle zusammengestellt:
Literatur-Frühling im Lengeltal
3 Übernachtungen inklusive reichhaltigem Bärenfrühstück in einem unserer in elegantem Landhausstil eingerichteten Doppelzimmer
2 x 3-Gang-Menü für 2 Personen
1 x Saunareservierung à 1,5 Stunden exklusiv nur für Sie
Pro Person im Doppelzimmer ab 380,00 €
Literatur und Genuss
2 Übernachtungen inklusive reichhaltigem Bärenfrühstück in einem unserer in elegantem Landhausstil eingerichteten Doppelzimmer
1 x 3-Gang-Menü für 2 Personen
1 x 4-Gang-Menü für 2 Personen
1 x Saunareservierung à 1,5 Stunden exklusiv nur für Sie
Pro Person im Doppelzimmer ab 294,00 €
Die über uns buchbaren Karten für die gewünschten Veranstaltungen des »Literarischen
Frühlings« werden Ihnen gesondert berechnet.
Die Abendessen werden jeweils so terminiert, dass Sie die angebotenen Literatur-Veranstaltungen ohne Stress besuchen können, Literatur-Karten reservieren wir Ihnen nach Wunsch gegen den entsprechenden Kartenpreis.
Buchbar für die Zeit vom 20. - 29. März 2026, ab 298 € pro Person im Doppelzimmer.
Hier können Sie buchen!